Im Süden und Westen des Nordens

Zum 50. Geburtstag schenke ich mir eine Reise nach Süd- und Westnorwegen und starte meinen

Ego-Trip am 2. Juli 2012 früh am Morgen.

Und was nicht geschehen sollte geschah - bereits nach wenigen Kilometern gab es die ersten Probleme - die Stromversorgung der Tiefkühltruhe war defekt. Optimistisch dachte ich an eine vorübergehende

Komplikation. Dem war aber nicht so. Diese Komplikation blieb während der ganzen Reise erhalten. Aber ich lernte damit umzugehen.

 Die gewählte Route an diesem ersten Tag führte über 1000 Kilometer nach Wels, Passau, Nürnberg und Kassel zum ersten Etappenziel, einem sehr idyllisch gelegener Campingplatz mit Badeteich in Hildesheim.

Es war geradezu rührend, dass nach meiner telefonischen Anmeldung von unterwegs die Besitzer bereits mit einem kühlen Bier für mich gewartet haben…Gastfreundschaft wird hier sehr groß geschrieben.

Ein Umstand, der mich übrigens nicht nur hier die ganze Reise begleiten wird.


 

 

Hildesheim ist immer einen Besuch wert. Besonders hervorheben möchte ich den Besuch der romanischen Basilika St. Michael in Hildesheim, die ich seit meiner Schulzeit kenne und der ich nun endlich einen Besuch abstatten konnte.

Dieses Bauwerk gilt als einer der Vorzeigebauten der Frühromanik im deutschsprachigen Raum.

Errichtet vor knapp 1000 Jahren (1040) präsentiert sich dieses Gotteshaus wie eine Burg, genauer gesagt eine Gottesburg - ein Motiv, das von den Bauherren und Baumeistern in Anlehnung an das himmlische Jerusalem bewusst angestrebt wurde.

 

 

Dieser Dom ist eine doppelchörige Basilika mit zwei Querhäusern und quadratischen Türmen

über jeder der beiden Vierungen.

Von der beruhigten Monumentalität der äußeren Form war ich tief beeindruckt, aber geradezu überwältigt von der zeitlosen Eleganz des Innenraums. In Anbetracht der klaren Architektursprache wäre man beinahe geneigt, von einem modern anmutenden Konzept zu sprechen.

So einen Raumeindruck habe ich selten erleben dürfen.

Spiritualität wird hier greifbar.


 

 

Der SnowDome ist eine Skihalle im niedersächsischen Bispingen.

Die Piste hat eine Länge von etwa 300 m und eine Breite von bis zu 100 m.

Im zweiten Foto sichtbar ist die Beladung des Containerschiffs „ALULA“, ein gewaltiges Schiff mit der Tragfähigkeit von 145.528t bei einer Länge von 366.08m und 51.2m Breite.

Am Abend des 3. Juli stehe ich in Hirtshals, beinahe am nördlichsten Punkt Dänemarks.

Von dort fahre ich abends mit der Fähre in wenigen Stunden über das Skagerrak von Hirthals nach Kristiansand.


 

 

Noch in der Nacht wechsle ich die rund 40 km in Richtung Südwest nach Mandal. Dort angekommen stelle ich das Wohnmobil am Hauptplatz ab und bin froh ohne irgendwelche Schwierigkeiten in Norwegen angekommen zu sein.

Am nächsten Vormittag fuhr ich ca. 25 km den Maldalselva stromauf knapp oberhalb von Marnadal zum Campingplatz Mjaland. Der Mandal gilt als ein hervorragender Kleinlachsfluss.

Entsprechend der zu erwartenden Fische wählt man hier eher eine Schnurklasse leichter.

 

 

Ich fischte mit einer Guideline LeCie in 13,7 Fuß #7/8 und mit passendem Intermediate Schusskopf.

Was für ein schönes Fischen. Das Werfen mit der Zweihandrute sollte bereits im Vorfeld geübt

werden. Sicherlich kann man es auch vor Ort erlernen, aber da geht schon wertvolle Zeit verloren.

Das Revier ist enorm groß. Dementsprechend verteilen sich die mitunter zahlreichen Fliegenfischer.

Der Mandal ist für einen Einstieg in die Lachsfischerei ideal.

Eine absolute Empfehlung meinerseits.


 

 

Früher Aufbruch am 6. Juli mit dem Ziel Lindesnes/Südkap.

Dieses Gegenüber des ungleich berühmteren Partners im Norden empfiehlt sich als landschaftlich sehr reizvoller Ort.

Das Südkap war aber nicht das einzige Leuchtfeuer an diesem Tag. Auf der Fahrt nach Stavanger  

konnte ich noch drei weitere besuchen.

Besonders die Region Jaeren ist reich an Leuchttürmen. Flach wie die panonische Tiefebene ist die Region so gar nicht norwegisch und wegen der fehlenden Landmarken ungemein tückisch für die Schifffahrt.

 

 

 

Am Nachmittag erreiche ich Lysefjord. Ein Campingplatz am Fuße des Preikestolen war Ziel der

Fahrt und Ausgangspunkt für dessen Besteigung. Ein absolutes Muss in Fjordnorwegen und etwas für eine lebenslange Erinnerung.

Glücklicherweise ging ich sofort los.

Nach dreistündigem Marsch ab dem Campingplatz stand ich auf dem Preikestolen. Unglaublich!

Viele im Campingplatz warteten auf den nächsten Tag und vielleicht auf bessere Bedingungen.

Aber der nächste Tag war leider nebelig…


 

 

Am 7. Juli geht  die Fahrt nach Vik am Sognefjord über das Fjell südlich des Fjords.

Erstaunliche Schneereste im Juli geben eine Vorstellung von den winterlichen Schneemassen.

Die Schneestangen sind zum Beispiel fünf Meter hoch…


 

 

Die erste Stabkirche war irgendwie ein kleiner Schock.

Völlig ungewöhnlich in Farbe und Form konnte ich über die Fremdartigkeit dieses sakralen Bauwerks nur staunen.

Die Stabkirche Hopperstad ist eine Stabkirche in der Gemeinde Vik im Sognefjord.

Sie ist eine der ältesten der 30 noch existierenden authentischen Stabkirchen, wurde um das

Jahr 1130 erbaut und befindet sich noch an ihrem ursprünglichen Standort.

Die Besuche dreier weitere Stabkirchen in Borgund, Undredal (gilt als die kleinste Stabkirche der

Welt) und Kaupanger gaben diesem 8. Juli unvergessliche Erfahrungen.


 

 

Am Campingplatz Gloppen Camping in Sandane am Gloppenfjord angekommen, fand ich einen

wunderbaren Stellplatz direkt am Meer.

Tolle Motive vor der Autotüre und ein Tag Lachsfischen konnten trübes Wetter vergessen machen.


 

 

 

Weiter geht es über die berühmte Atlantik-Road zur Insel Ekkilsoya zum Skjerneset Bryggecamping.

Skjerneset empfiehlt sich als erstklassiger Ausgangspunkt für die Fischerei auf Dorsch, Köhler und Co.

In wenigen Minuten gelangt man mit den gut ausgestatteten Motorbooten in vielversprechende Reviere. Aber nicht nur die Fischgründe begeistern, es ist auch die freundliche Stimmung, die einen Aufenthalt hier so angenehm macht.


 

 

Auf der Fahrt ins Tal der Driva machte ich einen kurzen Zwischenstopp in Kristiansund.

Mächtige Bergeschiffe und Fischtroller sind für mich als Binnenländler perfekte Fotomotive.


 

 

Die Driva entspringt am Dovrefjell und ist auch im Hochsommer ein sehr kalter Fluss.

Auf gut Glück entscheide ich mich für den Campingplatz Furu Laksvald östlich der Stadt Sunndal. 

Eine glückliche Entscheidung, weil sowohl der Campingplatz als auch das Flussrevier als sehr attraktiv bezeichnet werden können. Dass ich auch hier keinen Lachs an den Haken bringen konnte war schon Nebensache. Da ich eine Entnahme sowieso nicht vorgesehen hatte, war das weiter kein Thema.

Es hat in den drei Wochen, in denen ich in  verschiedenen Flüssen gefischt habe, nur ein Norweger einen Lachs landen können.

Umringt von Felswänden fliest dieser glasklare und kalte Fluss in den Tingvollfjord.

Was habe ich an der Driva gefroren, mitten im Juli.


 

 

Koppang ist für Fliegenfischer ein bekannter Anglerstützpunkt an der Glomma, die mit einem Lauf von über 600 km der längste Fluss Norwegens ist und im ersten Moment direkt beeindruckend wirkt.

Die Glomma ist mitunter bis zu 1,5 Kilometer breit.

Ihre Quelle liegt in der Gemeinde Roros und sie mündet bei Fredrikstad in den Oslofjord.

Insgesamt hat mir die Fliegenfischerei an der Glomma sehr entsprochen. Ein wunderbar zu bewatender Fluss inmitten einer waldreichen, sehr ursprünglichen Landschaft.

 

 

Das Gebiet rund um das Koppang Camping ist auch bekannt unter dem Namen ‚Koppangsøyene’.

Hier befinden sich zahllose kleine und grosse Inseln im Fluss, die dafür sorgen, dass eine Vielzahl an Stromgebieten und Pools vorhanden sind.

 


 

 

Die Rückfahrt über Schweden mit einem Besuch und Übernachtung bei Freunden in Galtabäck.

Am nächsten Tag über die Öresundbrücke nach Dänemark wieder nach Hildesheim.

Und am letzten Tag, dem 28. Juli, wieder zurück nach Kärnten.

Schön war's - und in ein paar Jahren besuche ich den Norden des Nordens.