Foto der Woche

KW 29/2017

 

 

Mein ausgewähltes Foto der vergangenen Woche zeigt eine alltägliche Szene im Café Central in Wien.

Im prachtvollen Ambiente dieses außergewöhnlichen Caféhauses scheint es ein Leichtes zu sein, ein

stimmungsvolles Foto zu gestalten.

Doch aufgepasst. Die Säulen der Innenarchitektur stellen ein Problem durch die unvermeidlichen

stürzenden Linien dar. Das ist „objektiv“ gesehen völlig normal, mir persönlich gefällt das aber

überhaupt nicht.  Also wurde dieses Foto in der Bildbearbeitung vorsichtig perspektivisch entzerrt.

Ein weiterer Aspekt der zur Wahl dieses Fotos geführt hat, ist die zarte Sepia Tönung, die gerade in

einem traditionellen Caféhausambiente die Stimmung hervorragend unterstützen kann.

Auch hier gilt, dass weniger oft mehr sein kann.  

Darüberhinaus verlangt ein derartiges Foto Diskretion und Schnelligkeit.

 

 

Sony RX10     28mm  |  1/40 s  |  f/3,2  |  ISO 200  |  

 


Das Archiv vergangener Wochenbilder

 

 

KW28/2017

 

Normal gibt's schon.

Wie viele Tausend Fotos gibt es von der Burg Hochosterwitz? Wie viele Fotos wurden vom Parkplatz, der am rechten Bildrand erkennbar ist, schon gemacht? Wie viel Freude wurde hier erknipst?

Ein wenig stöbern auf Google Earth genügt. Viel Ähnliches, wenig Ungewöhnliches.  Aber Hochosterwitz ist ein tolles Motiv.

Mir persönlich ist die Burg vertraut, sehe ich sie doch immer auf dem Weg

zum oder vom Fliegenfischen. Und dennoch bin ich als Fotograf immer auf der Suche nach neuen Blickwinkeln.

Diese Woche hatte ich die verrückte Idee, die Burg rückwärts, also über den Rückspiegel zu fotografieren. Voraussetzungen für das Gelingen waren die Verstellung des Spiegels nach oben, eine verkehrsfreie Situation und die richtige Wahl der Geschwindigkeit. Nun, drei Mal bin ich wieder zurückgefahren, dann war das Bild im Kasten...

Mir gefällt das Bild-im-Bild Motiv, ein Thema, dass mich schon seit Jahren fasziniertund auch die Bewegungsunschärfe nach vorne mit der gleichzeitigen Schärfe rückwärts.

 

Sony RX100Mk2  28mm  |  1/60 s  |  f/5,6  |  ISO 200  | 

 

KW27/2017

 

Was für ein Motiv!

Zu Beginn unserer Fotowanderung durch den Tierpark Rosegg sah ich ein

Plakat mit dem Foto eines Steinbocks auf einer Bank.

Was für ein gelungener Schnappschuss , dachte ich mir, nicht ahnend, dass sich wenige Stunden später ein vergleichbares Motiv eröffnen sollte.

Um die Mittagszeit sind bei Sonnenschein harte Lichtverhältnisse der Normalfall.

Es ist dann oft schwierig, brauchbare Belichtungen zu erzielen. Und bei drückender Hitze auf eine Anhöhe zu gehen, mit wenig Aussicht auf fotografischen Erfolg, ist auch nicht jedermanns Sache.

Aber ich wurde belohnt. Plötzlich stand ich vor diesem außer-gewöhnlichen Motiv.

Mit der relativ langen Brennweite kein Problem. Bei genügend Licht konnte die ISO auf 200 gesenkt werden.

Aus mehreren Blickwinkeln durfte ich ganz ruhig fotografieren.

Der Steinbock war mir wohl gesonnen.

 

Nikon D300 mit Nikkor 80-200/f2,8  |  1/200 s  |  f/3,5  |  ISO 200  | 

 

KW26/2017

 

Der IRONMAN Austria in Klagenfurt zieht  jedes Jahr an die 3.000 Athleten aus über 60 Nationen an.

An diesem Sonntag war es wieder soweit. Tausende Zuschauerinnen und Zuschauer entlang der verschiedenen Strecken sorgten für die richtige und wichtige emotionale Unterstützung. Persönlich faszinieren  mich  immer wieder die Ereignisse entlang der der Radstrecke.

Meine mir selbst auferlegte  Aufgabenstellung bestand darin, durch das richtige Mitziehen der Kamera die Geschwindigkeit dieses Rennens fotografisch zum Ausdruck zu bringen. Klingt an sich einfach, stellt sich aber in der Praxis als sehr fehleranfällig dar. Die Zahl der unbrauchbaren, weil zu unscharfen Fotos, ist dementsprechend groß.

Aber im vorgelegten Foto hat's geklappt. Durch die relativ lange Verschlusszeit "verunschärft" sich der Hintergrund aber trotzdem sind beim Sportler Details gut zu erkennen. Darüberhinaus gefallen mir die komplementäre Farbverteilung und die interessanten Linienstrukturen im Hintergrund.

 

SONY RX10  |  1/60 s  |  f/10  |  ISO 400  |  

 

 

KW 25/2017

 

Ein einfacher Baustrahler beleuchtet mehrere Flaschen und Gläser, die zufällig auf einerTischtennisplatte abgestellt worden sind. Doch was für ein optischer Leckerbissen. Ein Stillleben, beinahe in Schwarz-Weiß.

Dieses Motiv musste einfach entdeckt werden.

Einige Damen und Herren der Keramikgruppe-ELSA entschieden diesmal, welches Bild innerhalb einer kleinen Auswahl das Foto der Woche wird. Das vorliegende Bild hat das Rennen knapp für sich entscheiden können.

In mehreren Kommentaren wurden die besondere Lichtführung und die spannende Komposition besprochen. Und es stimmt - genau diese Aspekte machen den Reiz dieses Fotos aus.

Die Komposition erinnert an einige holländische Stillleben des früheren 17. Jhdts. Beispielsweise das Vanitasstillleben von Harmen Steenwijck.

Allerdings steht zu befürchten, dass meine Komposition schon beinahe überspannt ist…

Wobei bedacht werden muss, dass ich die Dinge ja eigentlich nicht komponiert habe. Lediglich der Aufnahmewinkel, die Gestaltung der Schärfe und vor allem die Wahl des Ausschnitts  waren meine Kompositionsmöglichkeiten.

                                                                                                                          

                                                                                                                                                                                                                                                                                                     SONY RX10  |  1/1250 s  |  f/4,5  |  ISO 400  |  -0,3 eV

 

 

 

KW24/2017

 

Auffällig sind in diesem SW-Foto der sehr starke Hell-Dunkel Kontrast und die ungewöhnliche Komposition.

Auch bei extremen Lichtsituationen versuche ich, abgesoffene Tiefen und/oder ausgefressene Lichter zu vermeiden. Das vorliegende

Bildbeispiel eignet sich sehr gut, um diesen Anspruch untermauern zu können.

Über die Komposition sei in aller Kürze gesagt, dass ich das Foto genau in der Mitte geteilt habe. Die rechte Bildhälfte ist im tiefen Schatten der hochstehenden Sonne.

Die linke Bildhälfte gliedert sich mehrmals sowohl horizontal als auch vertikal. Äußerst spannungsvoll die Position der jungen Dame,

die sich genau unter der Laterne befindet.

Ein wenig zu warten zahlt sich mitunter aus.

 

Sony RX10 | 1/1000s | f/5,6 |ISO 200 | -0,7 eV

 

KW23/2017

 

Vor dem ehemaligen Schwesternheim in der Linsengasse, Ecke Khevenhüllerstraße, bringt eine Dame seit Jahren einen Garten

zum Blühen.

Bis auf wenige Monate im Jahr gibt es hier immer eine ganz besondere Blumenpracht zu bewundern. Das Angebot ist überwältigend.

Gerade im Moment stehen die Mohnblumen in der späten Pracht.

Die eigentliche fotografische Herausforderung scheint mir in der richtigen Auswahl des Motivs im optischen Überangebot.

 

Im vorliegenden Bildbeispiel achtete ich auf einen klaren Komplementärkontrast und auf ein spannungsvolles Hell-Dunkel.

 

Weniger ist mehr-viel Wahres steckt in dieser einfachen Weisheit.

 

Sony RX10 | f/5,6 | 1/1000 s | ISO 400 | -0.70 eV

 

KW 22/2017

 

Am 29. Mai waren meine Tochter und ich Fliegenfischen in der Gurk bei Unterpassering.

Bei tiefstehender Sonne ergab sich diese sehr stimmungsvolle  Situation.

Es ist ja nicht unproblematisch, direkt in das Sonnenlicht zu fotografieren und dennoch im Hauptmotiv genügend Zeichnung zu haben. 

Mit einer gespeicherten Belichtungsmessung  des linken Bildteils 

konnten diese schwierigen Lichtverhältnisse schnell gemeistert werden.

 

Die kleine Sony ist beim Fliegenfischen immer dabei. Das Verlustrisiko nehme ich in Kauf, solange ich Augenblicke wie diesen festhalten kann. 

 

Sony RX100 II | 1/200s | f/4 | ISO 400 | Zeitautomatik

 

"Ich kann mich dem Wasser nicht entziehen" lautet einer der letzten Sätze im großartigen Film 'In der Mitte entspringt ein Fluss' 

von Robert Redford. 

Kann ich nur bestätigen.

 

KW 21/2017

 

Am Donnerstag, den 25. Mai, fanden die Dreharbeiten zu meinem Portraitfilm über den Bildhauer Kurt Jerak in dessen Atelier statt.

Während der Filmaufnahmen entdeckte ich in seiner Werkstatt

dieses schaurig-schöne Motiv. Diese Kinderpuppe, verstümmelt und verstaubt, passte so gar nicht in das Arbeitsumfeld eines Holz- und Metallbildhauers.

 

Als enorm reizvoll registrierte ich die vorhandenen Kontraste:

Den geradlinigen Strukturen von Jalousien und Fenstergitter stehen

die organischen Formen der Wurzelhölzer und der Puppe gegenüber.

Zur Erhöhung der Dramatik komponierte ich das Foto stark asymmetrisch.

Die Verteilung im Bild entspricht dergestalt auch unseren

Lesegewohnheiten von links oben nach rechts unten.

 

Das Foto wurde im CS6 nach Schwarz-Weiß entwickelt

KW 20/2017

 

Eine Geburtstagsfeier in Maria Woschart entwickelt sich zum musikalischen Tortenschmaus.

Manfred Sumper (Vocal, Gitarre, Bouzouki und Mundharmonika), dem Hausherrn der HUTkultur und Sascho Debelec (Flöten, Klarinette, Kontrabass) gestalteten diesen Abend mit einem sehr abwechslungs-reichen Programm und einer sicht- und spürbaren Freude am gemeinsamen Spiel.

Wie so oft bei Konzerten gab es auch hier schwierige Lichtverhältnisse. Um auf Nummer sicher zu gehen entschied ich mich, im Modus RAW+JPEG zu fotografieren.

 

Ganz im Gegensatz zum Vorwochenfoto wird das Bild dieser Woche stark durch eineintensive Farbigkeit getragen. Den kühlen Farben im Hinter-grund steht der warme Farbton der Gitarre gegenüber.

Genau so gegensätzlich der kompositionelle Aufbau - mehreren senkrechten Formen steht wieder die Gitarre mehr oder weniger

waagrecht dagegen.

Insgesamt ein spannend ausgewogenes Foto eines hervorragenden Musikers.

Sony RX10 | f4 bei 1/40Sek und ISO 1600 | RAW+JPEG

 

KW 19/2017

 

Diese kleine Szene wurde im Werkhof Bistrica während der Modellierarbeiten an den Marionettenköpfen eingefangen.

Eine scheinbar beiläufige Szene wird plötzlich attraktiv.

Als Beobachter und Fotograf ist es immer angesagt, vorausschauend zu agieren.

Durch den wunderbaren Hintergrund und die vielfältigen Weißtöne hatte die Szene ohnehin schon kurz zuvor meine Aufmerksamkeit erlangt. 

Als dann noch die richtige Aktion der Schülerinnen hinzugekommen ist, konnte ein gutes Foto nicht mehr verhindert werden.

Ein High-key-Foto mit dem Zauber eines schönen Augenblicks.

 

Sony DSC-RX10, Blende 4 bei 1/25 Sek. und ISO 320. Es wurde um eine Blende überbelichtet.

 

Den Bildbericht über diese bildnerische Schwerpunktwoche finden Sie hier.

 

 

KW 18/2017

 

Ein genauer Blick auf das oftmals Kleine oder Verborgene ist das Wesen der Makrofotografie.

Eines der Probleme dabei ist die eingeschränkte Schärfentiefe, die im Extremfall nur wenige Millimeter betragen kann.

Im vorliegenden Beispiel ist es aber gerade diese geringe Schärfentiefe,

die dem Bild den richtigen Zauber gibt.

Dieses Foto wurde ausgewählt, weil mir auf der einen Seite die reichen Grün-Abstufungen und auf der anderen die geradezu zärtliche Berührung der beiden Blätter richtig gut gefallen haben.

 

Nikon D300 mit Sigma Makro 2,8/70mm. 1/800 Sek bei f/3,5 und ISO 200

 

KW 17/2017

 

Mitunter muss es schnell gehen.

Inge Morath, die bekannte österreichische Fotografin der Agentur Magnum, hat es einmal so formuliert: „Ich habe nur Angst vor dem verpassten Augenblick“.

 

Zum Foto: Äußerst spannungsvoll bewegt sich diese Figur innerhalb des streng komponierten Bildausschnitts.

Der Kontrast zwischen Figur und Umgebung könnte größer nicht sein.

Den vielfältigen Abstufungen verschiedener Erdfarben stehen das Schwarz und die dunklen Grautöne der Figur gegenüber.

 

KW 16 /2017

 

Das obige Bild war eines der letzten Fotos in der Kalenderwoche 16.

Es zeigt eine Situation am Billardtisch. In schöner Haltung

spielt Christa eine Kugel in die Ecktasche.

Ein sehr kleiner Schärfentiefenbereich, hervorgerufen durch die Blende 1,8, bewirkt einen interessanten Kontrast der Kugel zum Hintergrund.

Weiters beleben Komplementärkontraste und eine dynamische

Komposition dieses Bild.

Aufgenommen mit der Sony RX 100 MK II mit einer 1/20 Sek.

(aufgelegt auf die Bande) bei Blende 1,8 und ISO 100.

Fotografiert wurde im manuellen Modus.

 

 

KW 15 /2017

 

Während des kurzen Fliegenfischerurlaubs in Berg im Drautal entdeckte Christa diesen kleinen Wasserfall. Als sie mir diese Stelle zeigte war mir klar, wie ich dieses Motiv fotografieren wollte.

Aber die Sony RX 100 schaffte nicht die erforderlich lange Verschlusszeit.

Zum Glück hatte ich noch die Sony RX 10 dabei. Diese Kamera verfügt, im Gegensatz zu ihrer kleinen Schwester, über einen einschwenkbaren Graufilter.

Damit konnte ich die Belichtungszeit bei Blende 16 und ISO 80 auf eine Sekunde dehnen.

Kamera aufgelegt, Selbstauslöser gedrückt und fertig.

 

 

 

KW 14 /2017

 

Zufälligerweise war ich Beobachter des heurigen Osternestsuchens der

Kinder des Pfarrkindergartens Viktring.

Aufgeregt liefen die Kinder durch den Marienhof und ihre Körbchen zu finden. Was für ein Spaß!

Ein besonders liebes Foto für die vorösterliche Zeit.

 

Fotografiert mit der Sony RX 100 MK II.

Dieses Bild ist ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel der richtigen Zeit mit dem richtigen Ort im Dabeisein der richtige Kamera.

 

 

KW 13 /2017

 

Flüchtige Spiegelung am Teich in Rotschitzen.

An diesem Foto gefällt mir  das grafische Spiel der sich im Wasser spiegelnden Sträucher.

Das Wasser wird durch einige Fische und leichtem Wind in Bewegung versetzt und zaubert so ein interessantes grafisches Gefüge an die Oberfläche.
Ganz spannend finde ich den zusätzlichen blauen Akzent.

Fotografiert mit meiner Sony RX10 und 200mm Brennweite. 

 

 

KW 12 /2017

 

Kleines Ereignis am westlichen Tor von Stift Viktring.

Eine sehr tiefe Kameraposition, der richtige Schärfepunkt und eine offenen Blende bringen dieses leicht zu übersehende Motiv richtig zur Wirkung.

Augen auf!

 

KW 11 / 2017

 

Dieses Foto zeigt die Südfassade von Stift Viktring bei Klagenfurt.

Aufgenommen wurde es vor wenigen Tagen mit meinem Handy , einem Sony Experia Z5.

Das ist ungewöhnlich, eigentlich sogar amüsant, weil ich so gar nicht der Freund der Handyknipserei bin.

Als gestandener Vertreter auch der älteren Fotoschule, kann ich mit dem Handy sehr wenig Fotogefühl spüren.

Gefühl hin, Gefühl her - das obige Foto scheint nicht ganz daneben zu sein.