Foto der Woche

 

KW 11/2019

 

Auf blattlosem Ast

sitzt allein eine Krähe;

    herbstlicher Abend.     

Bashô

 

 

Na ja, herbstlich...

An dieses schöne Haiku von Matsuo Bashô (1644 – 1694) habe ich mich erinnert, als ich diesen

Vogel im Marienhof Stift Viktring gesehen und fotografiert habe.

Aber was ist eigentlich ein Haiku?

„Das Haiku ist eine spezifisch japanische lyrische Kleinform von genau siebzehn Silben.

Nichts Beschreibendes, keine persönliche Empfindung, keine subjektive Seelenregung, wie wir sie

aus der Tradition der europäischen Lyrik kennen, hat darin Platz. Selten genug erscheint überhaupt ein Ich in den Versen.

Es ist auch kein Platz für ein überflüssiges Wort."  (Ralph-Rainer Wuthenow)

Ein Haiku hat üblicherweise 5 - 7 - 5 Silben. Abweichungen von diesem Kanon sind möglich und

bei Übersetzungen aus dem Japanischen oftmals sogar unvermeidlich.

 

Das Foto ist, um es in der alten Dunkelkammersprache zu sagen, extrem hart entwickelt.

Und genau dadurch wird dieses gute Motiv zu einem wirklich starken Foto. Zu  einem grafisch ungemein interessanten Bild.

 

Sony RX10 Mk1 200mm | 1/125 Sek | f/2,8 | ISO 640 |

 


Das Archiv vergangener Wochenbilder

 

Die Fotos der Woche 2017 und 2018 finden Sie direkt über dem aktuellen Foto der Woche im Menü rechts.

 

 

KW10/2019

Der Rosenball 2019, traditioneller Balltermin der Maturantinnen und Maturanten des BRG Viktring,

stand diesmal unter dem Motto „Starry Night“.

Passend zu den kreativen Schwerpunkten bildete also das berühmte Gemälde von Vincent van Gogh (Ehrengast, im Bild vorne links) den Ausgangspunkt für diesen Ball. Plakat, Einladungen, Eintrittskarten, Tisch- und Saaldeko, Bühnenbild, Glückshafen, ja sogar die Polonaise wurde darauf abgestimmt und bildeten beinahe ein Gesamtkunstwerk.

Einziger Wehrmutstropfen war die Mitternachtseinlage. Zwar sehr bemüht und viel beklatscht aber letztendlich ohne Bezug zum Motto.

 

Insgesamt ein äußerst gelungener und sehr gut besuchter Ball.

 

 

Sony RX100 Mk2 28mm | 1/40 Sek | f/1,8 | ISO 800 |

 

 

 

 

 

 


KW09/2019

Dieses ungewöhnliche Foto entstand während der Dekorationsmalerei für den Rosenball 2019 im Keller von Stift Viktring. Dieser groß angelegte Ball ist traditionell der Maturaball unserer Schülerinnen und Schüler.

Die Maturantinnen der 8E malten drei Tage lang, ganz im Geiste von Vincent van Gogh, die Sterne aus dem berühmten Gemälde „Die Sternennacht“ von 1889.

Der englische Titel dieses Bildes „The Starry Night“, wunderbar vertont von Don McLean, bildet heuer das wunderbare Motto des Rosenballs (allerdings nur „Starry Night“). Ein überaus stimmiges Vorhaben, das von allen Beteiligten mit Eifer mitgetragen wird und facettenreich die Messehalle als großartige Hommage an den bedeutenden Maler Vincent van Gogh verzaubert.

„Zufälligerweise“ wird hier vor einem mit den Händen gemalten Stern ein anderes, nicht minder berühmtes Stück Malerei zitiert.

Welches? Um Antwort wird gebeten.

 

 

Sony RX100 Mk2 28mm  | 1/250 Sek  |  f/1,8  |  ISO 400  |

 

 

 

 


KW08/2019

Von Stift Viktring nach St. Georgen am Längsee.

Die ganze Woche war ich mit meiner Gruppe der 6BE hier in St. Georgen auf unserer bildnerischen Projektwoche. Unter perfekten Bedingungen konnten wir uns von Montag bis Freitag mit dem mitgebrachten Zirbenholz bildhauerisch auseinandersetzen.

Im Foto sehen sie die Nord- oder Seeseite der Anlage, die als das älteste Kloster Kärnten gilt.

Gegründet wurde das Kloster kurz nach der Jahrtausendwende als Benediktinerinnenkloster. Obwohl die Stiftsmauern über 1000 Jahre auf dem Fundament haben, präsentiert sich Stift St. Georgen am Längsee heute in einem topmodernen Zustand.

Ausgebaut als Seminarhotel mit breitem Bildungs- und Erholungsangebot bildet das Stift nach wie vor das geistige und kulturelle Zentrum der Region.

 

Einen genaueren Arbeitsbericht von unserer Woche stelle ich demnächst hier ein.

 

 

Sony RX10 Mk1 24mm | 1/500 Sek | f/6,3 | ISO 400 |

 

 

 

 


KW07/2019

Im Winter ist vom Kanonenhofweg aus gesehen die gewaltige Dachfläche von Stift Viktring gut sichtbar.

Für ein gutes Foto ist das aber zu wenig.

Hunderte Male bin ich hier gefahren, aber die Lichtsituation heute war doch einzigartig. Glücklicherweise erwischten wir genau die letzten Sonnenstrahlen und die richtige Kamera war auch dabei. Sofort angehalten und die Tochter um die Ausführung gebeten.

Caroline fotografierte, heftig protestierend, genau formatfüllend und sauber parallel zum Bildrand. Gut gemacht.

Das Bild hat eine feste Komposition und ist durch die Position von Dachfläche, Turm und Waldschräge im Hintergrund spannend organisiert. Und die Beleuchtung des Daches ist einfach sensationell.

 

Ich kenne viele Fotos von Stift Viktring. Dieses Bild ist ein besonderes.

 

Sony RX10 Mk1 200mm | 1/400 Sek | f/4 | ISO 400 |

 

 

 

 

 

 


KW06/2019

Ausstellungseröffnung in der Stadtgalerie Klagenfurt.

Gezeigt werden Arbeiten des niederländischen Künstlers Jan Henderikse.

Seine wichtigste Schaffenszeit lag vermutlich in den 60-er Jahren und seit damals zählt er zu den bedeutendsten Künstlern der Niederlande. Innerhalb seiner Arbeit sind die Objekt- und Materialbilder besonders hervorzuheben.

„Ästhetik des Banalen“ oder „King of Trash“ - mit solchen oder ähnlichen Formulierungen

wurde und wird versucht, das Phänomen Henderikse zu umschreiben.

Auffallend für mich sind besonders zwei Aspekte, die in vielen seiner Arbeiten kennzeichnen:

Die enorme Menge an ähnlichen Objekten und damit eng verbunden, der beinahe zwanghaft

anmutende Drang zu Ordnung und Organisation.

Als Beispiel hierfür nenne ich die Korkenbilder, die US-Nummernschilder, die PET-Flaschen

und die Findlinge. Und auch die abgebildete Arbeit.

Im zweiten Raum präsentiert sich eine Form die entfernt an einen Heuballen erinnert.

Würfelförmig, ungefähr einen Kubikmeter groß und fein strukturiert. Rätselhaft. Bei genauerer Betrachtung enttarnt sich diese feine Struktur als Unmengen zarter Papierstreifen. Aber mehr noch:

Es sind lauter geschredderte und gepresste Dollarnoten. Millionen.

Diese sehenswerte Ausstellung mit dem Titel: "Verlockungen des Alltags" ist noch bis zum

28. April 2019 besuchbar.

 


KW05/2019

Winterliche Szenen am Schulweg.

Frisch verschneiter Wald ist ein wunderbar grafisches Motiv. Verkehrstafeln sind das eher selten.

Vielleicht macht die Gegenüberstellung diese Unterschiedlichkeit richtig spannend.

Im diesem Foto der Woche geht es um mehrere Kontraste, an erster Stelle vielleicht der Kontrast: Farbe-Nichtfarbe. Direkt unangenehm hebt sich das Blau der Tafel vom farblosen, fein strukturierten Wald ab.

Ist ja auch wichtig. Diese Tafeln sollen auch gesehen werden.

Der zweite Kontrast ist der Mengen- oder Quantitätskontrast. Viel Wald steht recht wenig Tafel gegenüber. Das erzeugt Spannung.

 

 

Sony RX100 Mk2 35mm | 1/500 Sek | f/5,6 | ISO 400 |

 

 

 

 

 

 

 

 


KW04/2019

Eislaufen in Klagenfurt-Teil 3:

Auf die Kufen, fertig, los!

Seit wenigen Tagen ist der Lendkanal wieder offiziell für den Eislaufbetrieb freigegeben und wird von den Schlittschuhläuferinnen und -läufern gerne angenommen.

Kaum eine Stadt verfügt über eine so weitläufige Eisbahn wie Klagenfurt.

Der Lendkanal, erbaut in der ersten Hälfte des 16. Jahrhundert um den früheren Stadtgraben mit Wasser zu versorgen, verbindet die Stadt mit dem nahe gelegenen Wörthersee. Bei einer Länge von etwas über vier Kilometern ergibt das schon eine ordentliche Wegstrecke.

Im zugegeben seltenen Idealfall könnten wir von der Klagenfurter Innenstadt bis nach Velden kufen.

Mein Standort für dieses sehr zentralperspektivische Foto war der Jergitschsteg. Um die Länge der Eislaufbahn zu unterstreichen, wählte ich den Fluchtpunkt ganz am oberen Bildrand, wo auch der Rizzisteg zu erkennen ist. Zusammen mit dem 24mm Objektiv konnte die Weite der Eislaufbahn abgebildet werden.

 

Sony RX10 24mm | 1/1250 Sek | f/5 | ISO 400 |

 

 

 

 


KW03/2019

Klagenfurt wird mitunter als die Eishockeyhauptstadt Österreichs bezeichnet.

Und tatsächlich ist es so, dass dieser Sport bei uns eine besondere Wertschätzung genießt und jede freie Eisfläche für die „Eishacklerei“ genutzt wird. Unsere Schule ist zum Beispiel perfekt „ausgestattet“ mit bespielbaren Eisflächen sind wir doch von drei Seiten mit Teichanlagen begrenzt.

Waren es in der Vorwoche die großen Vorbilder so steht das Foto dieser Woche für die schönen Stunden der Kufenflitzer am Eis, wo ein Paar Schuhe als Tor genügen und es nur Sieger gibt.

Eine Situation, die in Kärnten vielerorts anzufinden ist.

Gegen die tiefstehende Sonne fotografiert ergeben das schöne Schattenspiel und das Miteinander von Kirche und Eishockey ein feines Stimmungsbild in Schwarz-Weiß.

 

In diesen Minuten hat das Team der Eishockeyhauptstadt jenes der Bundeshauptstadt besiegt.

 

 

Sony RX100 Mk2  100mm  |  1/1250 Sek  |  f/11  |  ISO 400  |

 

 

 

 

 


KW02/2019

Zu Gast beim Match KAC gegen Zagreb.

Ein Spiel, das die Rotjacken sicher mit 6:0 gewinnen konnten. Allerdings muss an dieser Stelle gesagt werden, dass die Zagreber Mannschaft von schweren finanziellen und daher auch personellen Schwierigkeiten gebeutelt wird. Die Spannung im Vorfeld war dementsprechend gering, jedoch entwickelte sich das Spiel überraschend interessant und wurde von beiden Mannschaften sportlich überaus fair geführt.

Im Moment durchläuft unsere Mannschaft eine sehr erfolgreiche Saison, erkennbar nicht zuletzt daran, dass mehr Punkte als je zuvor erspielt werden konnten. Die Rotjacken lachen vom zweiten Tabellenplatz und sind ein ernstzunehmender Anwärter auf die diesjährige Meisterschaft.

Von unserem langjährigen Sitzplatz aus gelang mir dieses spannungsreiche Foto mit den beobachtenden

Spielern im Vordergrund. Vielleicht ist es der Kontrast zwischen Ruhe und Aktion, der den Reiz dieses Bildes ausmacht. Und wie so oft ist der richtige Augenblick entscheidend.

 

Sony RX100 Mk2 100mm   |   1/400 Sek   |   f/4,5  |   ISO 800   |

 

 

 

 


KW01/2019

Zu Besuch im MAK in Wien.

Angesagt war die wunderbare Ausstellung „Beauty“ von Stefan Sagmeister und Jessica Walsh.

Kurz gesagt geht es bei dieser Schau um die Lust am Schönen. In vielen, oftmals interaktiven Stationen wird unser Verhältnis zum Schönen hinterfragt. Dabei steht das Verhältnis zwischen Form und Funktion oftmals im Mittelpunkt der Überlegungen.

Das Motiv für das Foto der Woche hat mich in mehrerlei Hinsicht überrascht. Was nach Bällen aus Kunststoff aussieht sind in Wahrheit aufgepumpte Schweinsblasen, die getrocknet und einfach bemalt worden sind. Dieses Spielzeug aus Guatemala ist schön, ökologisch unbedenklich und stammt zudem vom Abfall der Fleischindustrie.

Und du kannst mitten hindurchgehen. Ein Mordsspaß, nicht nur für Kinder…einfach schön.

Um dem Zauber dieser Klein-Installation zu entsprechen, entschied ich mich für einen möglichst einfachen, natürlichen Bildausschnitt, bei dem ich vor allem versuchte, stürzende Linien weitestgehend zu vermeiden.

Die Ausstellung im MAK kann noch bis Ende März besucht werden.

 

Sony RX100 Mk2 28mm | 1/100 Sek | f/2,5 | ISO 800 |